Mostar und Trebinje

Von entspannten Pool-Tagen und alten und neuen Reisezielen in Bosnien und Herzegowina

Wieder auf den Balkan, also. Nachdem unser Hauptziel Montenegro doch recht weit von Bayern entfernt ist, mussten wir die Anreise aufsplitten. In sechs Stunden ging es deshalb zunächst einmal nach Slowenien, diesmal etwas südlich von Ljubljana nach Ivančna Gorica, nur wenige Minuten von der Autobahn entfernt. Da hatten wir uns im Edenski vrt eingebucht, zu deutsch Garten Eden. Und tatsächlich war das wohl die netteste Zwischenunterkunft, die wir je hatten. Wir hatten einen hübschen Bungalow, der zusammen mit noch ein paar anderen Bungalows in einer riesigen Gartenanlage liegt. Auf der großen Wiese und im nahen Bach konnten sich die Kinder austoben und wir alle Badminton spielen und auf der Terrasse entspannen. Außerdem gab es sechs Babykatzen, denen die Kinder sehr ausdauernd beim Spielen zugeschaut haben. Man hätte in der Nähe sogar noch ein bisschen wandern und ein Kloster besuchen können, das hat allerdings ein Gewitter verhindert.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden, immer durchs schöne, grüne Hinterland von Slowenien, das allerdings für Sophie mal wieder ein wenig zu kurvig war. Amüsiert haben wir uns über die vielen verschiedenen slowenischen Schreibweisen von Pizzeria – von Pizzeria über Pizzerija bis hin zu Picerija war alles dabei. Glücklich wieder auf der Autobahn angekommen wurde die Landschaft karger und felsiger – hier wurden die Winnetou-Filme gedreht, weswegen sich auf Google-Maps viele nostalgische Bewertungen zu einzelnen Felsen finden. Als Zwischenstation hatten wir uns die Maslenica-Brücke ausgekuckt. Die sah zwar imposant aus, erwies sich aber davon abgesehen wegen mangelndem Schatten und zu vielen Autos als mäßig geeigneter Pausenort. Dafür haben wir dann später eine ganz hübsche Raststätte gefunden, von der aus man einen imposanten Blick auf die nun wieder grünen Schluchten hatte. Die Einreise nach Bosnien und Herzegowina ging dann zum Glück auch schnell und unkompliziert – anders als letztes Jahr haben wir diesmal nicht einmal Stempel in die Pässe bekommen.

Nach knapp sechseinhalb Stunden waren wir dann an unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte angekommen. Mitten in der absoluten Pampa am Ende eines Schotterwegs liegt das Haus Botić, das für uns eine perfekte Unterkunft war. Es gibt einen schönen Pool und einen schattigen Essplatz und bei 32 Grad ließ es sich da ganz wunderbar aushalten. Wir haben also geplanscht und gegessen und gespielt und gelesen und uns so gut entspannt wie das mit den immer mal wieder etwas zänkischen Kindern eben geht. Prinzipiell fanden die aber das Haus und vor allem den Pool auch sehr gut. Und auch hier gab es zwei Babykatzen, um die sich die Kinder ganz rührend gekümmert und gesorgt haben.

Und obwohl das Haus so einsam liegt, gibt es drumherum einiges zu entdecken. Da ist zum einen Mostar, wo wir ja letztes Jahr schon waren, das uns aber so gut gefallen hat, dass wir gerne noch einmal hinwollten. Es wurde wieder ein abendlicher Ausflug, weil es tagsüber einfach zu heiß ist für Unternehmungen. Vom Ferienhaus ging es in wilden Serpentinen einen Berg hinunter und über die Neretva, an der wir ja letztes Jahr schon mal gewohnt haben. Mostar war genauso schön wie letztes Jahr und genauso voll. Wir waren mit Blick auf die Brücke etwas essen und sind dann über die Brücke und durch die Gassen flaniert, diesmal immerhin ein Stückchen weiter als letztes Jahr. Unterhalb der Brücke wurde ganz schön umgebaut und da wo letztes Jahr noch eine behelfsmäßige Brücke und eine kleine Bar waren, gibt es nun eine große Brücke, viele Schnellbootvermietungsbuden und eine große Bar. Der Blick auf die nächtliche Brücke bleibt aber einfach sehr schön und sehr besonders.

Auch den nächsten Tag haben wir hauptsächlich am Pool verbracht und sind dann gegen halb 5 zu den etwa 35 Minuten entfernten Kravika Wasserfällen aufgebrochen. Die hatten wir uns ja letztes Jahr gespart, auch weil wir zuvor im Una Nationalpark schon jede Menge tolle Wasserfälle gesehen hatten. Dieses Mal stehen aber keine weiteren Wasserfälle auf dem Plan und so boten sich die Kravika Wasserfälle an. Der Plan war, dort so spät anzukommen, dass die Menschenmassen schon wieder auf dem Rückzug sind. Der Plan ging auch auf, allerdings ändert das nichts daran, dass die Wasserfälle selbst zwar außerordentlich hübsch sind, die Umgebung allerdings außerordentlich hässlich, weil alles mit Restaurants und Bars und Liegestühlen zugestellt ist. Man darf also nur in Richtung Wasserfälle schauen und sich nicht umdrehen, dann ist es ein hübscher Ort. Die Kinder und ich waren auch schwimmen. Das Wasser war richtig kalt, aber nachdem es auch abends immer noch 30 Grad hatte, war das schön erfrischend.

Auf dem Rückweg konnte ich dann meine Familie überzeugen, noch einen kleinen Abstecher zur Burgruine des Herzogs Stepjan in Ljubuški zu machen, an der wir auf der Hinfahrt vorbeigefahren waren. Da waren wir mit dem Sonnenuntergang und hatten einen wirklich tollen Blick auf die Umgebung und in der Burg – die in den letzten Jahren mit EU-Geldern renoviert wurde – gab es viel zu entdecken und man konnte auch auf den höchsten Turm steigen. Jonathan mussten wir permanent davon abhalten, sich überall herunterzustürzen und Sophie mehrmals beruhigen, dass wirklich keine Geister auf der Burgruine ihr Unwesen treiben, aber ich war trotzdem sehr zufrieden mit diesem spätabendlichen Stopp-Over.

Und das war es dann auch schon mit dem entspannten Pool-Leben, denn jetzt sollte es ja wirklich endlich Richtung Montenegro gehen. Dank bergiger Landschaft und kleinen Straßen dauert das aber trotzdem noch dreieinhalb bis vier Stunden. Die haben wir in Trebinje unterbrochen, von dem ich viel Gutes gelesen hatte und das ich schon bei unserer letzten Reise durch Bosnien und Herzegowina vergeblich einzubauen versucht hatte. Zum Mittagessen hatten wir uns das sehr gut bewertete Restoran Kukurića Vrtovi ausgesucht, das schön am Fluss Trebišnjica liegt. Man saß auch wirklich ganz zauberhaft, allerdings dauerte es recht lang bis das Essen kam, sodass die Kinder schon halb verhungert waren. Als das Essen dann aber endlich da war, war es sehr lecker. In die Altstadt von Trebinje haben wir es dann nicht mehr geschafft, aber immerhin noch zur alten Steinbrücke Arslanagića most und zur serbisch-orthodoxen Kirche Hercegovačka Gračanica, von der aus man einen sehr schönen Blick über Trebinje und die umliegenden Berge hat.

Danach ging es in weiteren zwei Stunden über die Grenze nach Montenegro und durch wilde Berglandschaften nach Kotor.

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