Saigon

Vom Verkehrschaos und der ersten Begegnung mit dem vietnamesischen Kommunismus


So, da sind wir also gut in Vietnam angekommen. Zuerst ja in Bangkok, wo wir aber glücklicherweise nur eine Nacht geblieben sind. Nach Bangkok zurückzukommen war lustig, denn es hat sich innerhalb eines Jahres kein bisschen etwas geändert. Vermutlich ändert sich dort einfach niemals etwas. Die gleichen Klamotten, die gleichen CDs, die gleichen Essensstände. Das Thai-Rot-Curry von Mr. Vegetable war immer noch sehr gut. Der Flug nach Bangkok war in Ordnung, auch wenn ich Emirates toller in Erinnerung hatte. Auf dem Flug nach Dubai hatte ich einen kaputten Sitz, was ihn ein wenig unangenehm gemacht hat, allerdings nicht zu ändern war, da das Flugzeug komplett voll war. Und vielleicht krieg ich auch noch irgendeine Entschädigung, beschwert hab ich mich jedenfalls mal. Dafür war aber dann der zweite Teil des Fluges nach Bangkok richtig toll. Das war so ein neues großes doppelstöckiges Flugzeug (der Martin hat verzweifelt versucht, mir beizubringen, dass das A380 heißt) und schon richtig schick. Mit hunderten von Filmen zur Auswahl und auch sonst toll.

 

Pinguin-MissbrauchMit Air Asia, dem asiatischen Easyjet, sind wir dann weiter nach Saigon geflogen. Auch dort sind wir gut angekommen, nachdem ich ja erst ein bisschen Straßenverkehr in SaigonAngst hatte, weil wir kein offizielles Visum hatten, sondern ein Visum upon arrival über ein Internet-Reisebüro gebucht hatten, weil das billiger war. Und später dann erst gesehen haben, dass auf der Seite vom Auswärtigen Amt steht, dass das keine offizielle Möglichkeit der Einreise darstellt. Naja, es hat aber gut geklappt und auch nicht sehr lang gedauert. In Saigon haben wir in einem ganz netten Hostel gewohnt (Kim’s) und ansonsten viel die Stadt erkundet. Es gibt vor allem viele Mopeds. Wir haben hier angefangen, das Straßenüberqueren zu üben und am Ende der vier Wochen waren wir dann richtig gut. Immer ganz langsam durch die Mopeds schieben und bloß keine schnellen oder ruckartigen Bewegungen. Das mit skurilste waren Mülleimer in Pinguinform. Ich kann mir nicht ganz erklären, warum die Vietnamesen ausgerechnet Pinguine mit Müll verbinden. Also ich kann mir tatsächlich absolut überhaupt nicht vorstellen, wie diese Mülleimer entstanden sein könnten. Aber ich hab mich sehr amüsiert. (Man entschuldige übrigens die hässlichen Sandalen – der Reisende liebt es nunmal praktisch).

 

Ein bisschen Sightseeing haben wir auch gemacht und haben uns den Unabhängigkeitspalast angeschaut, so ein Ausflug in die deutsch-vietnamesische Propaganda-Vergangenheithässliches Plattenbauding, auf das sie ganz stolz sind und wo die Regierung ganz viel Kommunismuspropaganda betreibt und dann noch das Kriegsverbrechensmuseum (also über den Vietnam-Krieg), das ideologisch stellenweise auch ein bisschen zweifelhaft ist, insgesamt aber doch recht interessant war. Auch wenn es einige Bilder und Texte gegeben hat, die ich lieber nicht gesehen bzw. gelesen hätte. Immerhin konnte man auch etwas über die deutsche Vergangenheit lernen – gab es doch hübsche „Solidarität mit Vietnam“-Plakate mit Spendenaufruf aus der DDR. Ansonsten sind wir nur noch ein bisschen rumgelaufen und haben viel Pho (Suppe) gegessen.

 

Nachdem Saigon aber doch recht laut und voll war und wir eh später nochmal durchmüssen, haben wir schon nach zwei Nächten das nächste Ziel angesteuert: Can Tho im Mekong-Delta.

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