Madeiras Osten (Ribeiro Frio, Santana, Prainha, São Lourenço)

Von wilden Wegen, hohen Felsen und überraschendem Badewetter

Von Funchal aus führte uns ein Tagesausflug nach Ribeiro Frio und nach Santana. Von Funchal nach Ribeiro Frio sind es Luftlinie 9 Kilometer, für die man aber knapp 40 Minuten braucht, weil es über einen Pass und über hunderte Serpentinen („Ganzkurven“, wie Jonathan sie nennt) geht. War aber ganz okay zu fahren und insgesamt auch sehr wenig los. Vom Miniort Ribeiro Frio kann man dann in einer halben Stunde durch den Lorbeerwald zur Aussichtsplattform Balcões wandern. Der Weg war einfach zu laufen und sehr schön, allerdings mit Kleinkind teilweise etwas nervenaufreibend, weil auf der einen Seite die Levadas liefen (Wasserrinnen zur Bewässerung, die es hier in den Bergen überall gibt) und es auf der anderen Seite teilweise steil bergab ging. Hat aber trocken und lebend geklappt und die Aussicht auf Madeiras höchste Berge war dann auch wirklich beeindruckend.

In etwa 30 Minuten ging es dann weiter in den kleinen Ort Santana. Da ist nicht viel los, die meisten Touristen kommen, weil es hier schön renovierte Casas de Colmo gibt, ganz spitze mit Stroh gedeckte Holzhäuschen, in denen die Leute früher gewohnt haben. Ein paar werden wohl noch bewohnt, die meisten sind aber nur noch Ausstellungsobjekte oder Läden. Sehen auch nicht sehr komfortabel aus, wenn auch sehr putzig von außen. Anschließend wollten wir eigentlich noch mit der nahen Teleférico da Rocha do Navio fahren. Die würde steil nach unten in eine kleine Bucht fahren. Leider war die Seilbahn aber grade kaputt, so dass wir nicht fahren konnten. Der Blick auf die Steilküste war aber trotzdem ziemlich überwältigend. Über die Autobahn ging es dann in 35 Minuten zurück nach Funchal.

Am strahlendsten aller Tage in dieser ersten Woche haben wir den östlichsten Teil Madeiras erkundet. In knapp 35 Minuten waren wir an der Prainha, einem kleinen Strand mit schwarzem Sand. Den verfügbaren Parkplätzen zufolge, wird es da am Wochenende oder im Sommer ganz schön voll, aber an diesem Tag war nicht besonders viel los. Die kleine Bucht liegt so geschützt, dass es überraschend sogar warm genug zum Baden gewesen wäre. Auch das Wasser war nicht allzu kalt. Leider hatten wir keine Badesachen dabei – nur Jonathan ist schließlich nackt durch die Wellen gehüpft. Ein großer Spaß, hinterher den feinen schwarzen Sand zumindest einigermaßen wieder von ihm abzubekommen.

Zwei Kilometer weiter erreicht man dann den Parkplatz, von dem der Wanderweg auf die Landspitze von São Lourenço losgeht. Da könnte man in eineinhalb bis zwei Stunden bis fast ganz an die östliche Spitze Madeiras wandern. Das war für uns trotz fleißigem Wanderkind natürlich hin und zurück nicht zu schaffen, aber wir waren zwei Stunden unterwegs und haben ein gutes Stück Weg geschafft. Die Aussicht war grandios und immer wieder öffnete sich der Blick auf kleine Buchten und Steilküsten links und rechts des Weges. Eine wunderschöne Wanderung war das und ein guter Abschluss für unsere Woche im Osten Madeiras. Nach einer Woche haben wir nämlich die Unterkunft gewechselt und logieren von nun an ganz im Westen der Insel – auch da gibt es noch viel zu erkunden.

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