Cartagena

Von der Stadt zwischen Kolonialzeit und Moderne

 

Nach dem Natur-Paradies im Parque Nacional de Tayrona sind wir nun vor drei Tagen gut in Cartagena angekommen. Eigentlich eine recht luxurioese Fahrt mit Tuer-zu-Tuer-Service, aber dafuer waren die Sitze recht eng. Und wegen des Tuer-zu-Tuer-Services, den ja nicht nur wir, sondern alle Mitfahrenden bekommen haben, hat es auch etwas laenger gedauert insgesamt. Auch etwas komplizierter gestaltete sich die Zimmersuche. Zwar haben wir sofort etwas gefunden und das entsprechende Hostel (ich glaube, Hostal La Casona) hatte auch einen wunderschoenen Innenhof, aber das Zimmer hatte kein Fenster. Also doch, es hatte eins, aber das war zum Innenhof und mit dunkler Folie abgeklebt und man konnte es nicht oeffnen. Dementsprechend war es muffig und ein wenig feucht drinnen und in der einen Nacht, die wir da geschlafen haben, hab ich mich gefuehlt, wie in einem Grab. Und das bei 35 Grad Hitze draussen. Wir haben noch am selben Abend etwa 15 andere Hostels abgeklappert, aber ueberall war es nur noch schlimmer. Meist gab es gar keine Fenster. So war ich nach der ersten Nacht etwas verzagt, aber am naechsten Morgen sind wir dann tatsaechlich fuendig geworden und haben ein tolles Zimmer in der Casa Viena gefunden – mit grossem Fenster. Seitdem weiss ich, dass das einzige, was bei einem Zimmer zaehlt, ist, dass es hell und luftig ist.

 

Nachdem dieses Problem geloest war (der arme Martin hatte schwer unter Die Altstadt von Cartagenameinen Launen zu leiden, solange wir im Grabzimmer waren), konntDie Altstadt von Cartagenaen wir uns ganz Cartagena widmen. Und Cartagena ist wunderhuebsch, wirklich allerliebst. Zumindest die Altstadt. Die ist naemlich Weltkulturerbe und besteht aus ganz vielen alten Kolonialhaeusern mit Balkonen und bunten Waenden. Die erste wirklich schoene groessere Stadt in Kolumbien ist das. Wir haben also die letzten Tage damit verbracht, durch die Altstadt zu schlendern. Auch nachts ist das sehr schoen, da sperren sie naemlich die Altstadt fuer Autos (zumindest am Wochenende, ich weiss nicht, ob sie das jeden Abend machen) und es fahren nur noch Kutschen herum und man fuehlt sich 150 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Ausserdem gibt es in Cartagena ganz viele Maracujas und ich liebe doch Maracujas. Shakes gab es auch schon im Parque Nacional de Tayrona, aber jetzt gibt es sie auch zu kaufen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich sie erkannt habe, denn seltsamerweise sehen sie hier anders aus, als in allen anderen Laendern, in denen ich bisher war. Hier sind sie gelb und viel groesser als sonst. Und ein bisschen saurer, aber ich finde sie trotzdem toll. Ich hab mir schon einen Vorrat gekauft, denn im kaelteren Sueden wird es sie wohl nicht mehr geben.

 

Hier gibt es auch viele alte Festungen, nachdem Cartagena ja mal der groesste FestungKaribikhafen war. Eine davon haben wir besichtigt und von da aus in der AbendsDie andere Seite Cartagenasonne das Verkehrschaos rund um die Festung betrachtet. Auf den Strassen rund um die Altstadt ist immerzu Stau. Gestern waren wir dann noch in Bocagrande spazieren, das ist der modernste Teil Cartagenas und da sieht es ganz anders aus. Hochhaeuser soweit man schauen kann und Stadtstraende wie in Miami. Cartagena ist wohl auch die sicherste Stadt, in der wir bisher waren. Hier legen auch Kreuzfahrschiffe an und vermutlich will man den Reichtum, den diese Touristen in die Stadt bringen, nicht missen. Aber es stehen sowieso ueberall Polizisten herum, manchmal wirklich alle 50 Meter. Seltsam irgendwie, wenn man sein Land so befrieden muss, aber immerhin scheint es so zu funktionieren.

 

Abends waren wir dann ganz schick Cocktails trinken, auf der Stadtmauer Cocktailtrinken bei Sonnenuntergangsitzend mit Blick auf die kolumbianische Fahne und das Meer. Zu europaeischen Preisen, aber dafuer hoechst romantisch bei Sonnenuntergang und dank Wind auch temperaturmaessig angenehm. Heute haben wir dann noch einen letzten Strandtag gemacht und waren in einer lustigen kleinen Siedlung ein wenig ausserhalb von Cartagena. Nachdem wir da die einzigen (nichtkolumbianischen) Touristen waren, wollte man uns alle daumlang etwas verkaufen, aber es war trotzdem ganz nett.

 

Heute wird es dann der letzte Abend in der Karibikhitze, denn morgen fliegen wir ueber Bogota nach Pereira und fahren von da gleich weiter nach Salento, unserem letzten richtigen Stopp, bevor wir dann in knapp einer Woche von Bogota aus heimfliegen.

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