Río Dulce

Vom anstrengenden Paddeln und der Entspannung abseits der Zivilisation

 

Nach eineinhalb Tagen absoluter Entspannung auf der Finca Ixobel haben wir uns am Morgen von einem Tuktuk nach Poptún fahren lassen, um da in einen Bus nach Río Dulce zu steigen. Hier gibt es auf einmal keine Shuttles mehr, sondern man nimmt den normalen Bus. Sind wohl weniger Touristen unterwegs, viele reisen in Mittelamerika ja länger und durch mehrere Länder und die fahren meistens von Tikal weiter nach Belize oder Mexiko. Der Bus kam ganz pünktlich um 8 und hatte auch noch Platz für uns. Im Bus Blick auf das Castillo vom Boot aushaben wir uns nett mit vier deutschen jungen Ärzten unterhalten, unter anderem war einer aus der Orthopädie, mit dem konnte ich über meinen Ellbogenbruch fachsimpeln. Wir treffen hier übrigens erstaunlich oft keine ganz jungen Reisenden, sondern eher Leute in unserem Alter. Viele haben so nach 5 Jahren arbeiten erstmal keine Lust mehr, haben ihren Job gekündigt und reisen jetzt herum, um sich zu überlegen, wie es dann weitergehen soll. Nach zwei Stunden waren wir dann in Río Dulce (eigentlich heißt der Ort ja Fronteras, aber alle nennen ihn nur Río Dulce), wo allerdings das Boot erst drei Stunden später ging. Wir könnten aber unsere Tickets schon kaufen und auch unsere Rucksäcke an der Mole lassen und waren dann in der Zwischenzeit im Internetcafé und in einer sehr netten Bar am Wasser. Río Dulce liegt nämlich an der Stelle, an der der Lago de Izabal in den Río Dulce übergeht und der Río Dulce fließt dann in den Atlantik. In ein bis zwei Stunden kann man von da aus nach Livingston in die Karibik fahren oder zu einer der Unterkünfte mitten im Nirgendwo am Fluss. Die Fahrt ging vorbei am Castillo San Felipe de Lara, einer kleinen spanischen Festung aus dem 16. Jhd. und ansonsten über den sehr hübschen Fluss.

 

Bootssteg der Finca TatinNach etwa eineinhalb Stunden kamen wir an der Finca Tatin an, einem Hostel in einem Seitenarm des Río Dulce, vollkommen abseits jeglicher Zivilisation. Da haben wir nun einen sehr hübschen und ziemlich großen Bungalow direkt am Fluss. Man kann hier Kayaks ausleihen, was wir gleich am nächsten Tag gemacht haben. Wir haben uns allerdings ein bisschen übernommen und sind nach über drei Stunden reichlich erledigt wieder hier angekommen. Ich war völlig fertig und das, obwohl Martin deutlich mehr gepaddelt ist als ich. Aber es war sehr schön durch die Mangroven und Palmen zu fahren, überall gab es Reiher und Pelikane. Landschaft vom Kayak ausDen Nachmittag haben wir dann in den Hängematten auf den Stegen am Fluss verbracht. Und baden kann man im Fluss auch, was natürlich super ist. Das war eh absolut großartig, dass wir in Guatemala an nahezu jedem Ort, an dem wir waren, auch baden konnten. Insgesamt hatten wir also eine sehr nette Zeit am Fluss mit freundlichen und interessanten Leuten und das Abendessen, das es immer für alle zusammen gibt, war auch zweimal sehr gut und sehr viel. Und es gibt eine Katze hier und ganz viele Krebse, die immer davonhuschen, wenn man die Holzstege entlang geht. Unser einziges negatives Erlebnis war das Zusammentreffen mit zwei handtellergroßen Spinnen, die abends in unserem Bad saßen. Der Hostelmitarbeiter, den wir zur Hilfe gerufen haben, hat uns ausgelacht und sie mit der Hand eingefangen. Und uns versichert, die kämen bestimmt nicht wieder rein. Hat uns jetzt nicht sonderlich überzeugt, aber zumindest wussten wir dann, dass sie nicht giftig sind und unser Bett ist mit einem Moskitonetz vor unerwünschten Eindringlingen gut geschützt. Und wenn man tagsüber unberührte Natur will, dann ist die halt auch nachts da.

 

Morgen kehren wir aber zurück in bewohntere Gefilde und werden nach Livingston weiterfahren – unsere letzte richtige Station, bevor wir für eine letzte Nacht zurück nach Antigua fahren werden.

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