Lago Atitlán und Chichicastenango

Von den Hippie-Orten am schönen See und dem großen, großen Markt

 

PanajachelNach unserem Aufenthalt am Meer in Monterrico und unserem Zwischenstopp in Antigua, sollte uns also ein Shuttle nach Panajachel an den Lago Atitlán bringen. Das war erstmal über eine halbe Stunde zu spät und hatte dann nur eine Person unter unserem Namen auf der Sonnenuntergang am Lago AtitlanListe. Die Shuttle-Unternehmen tauschen nämlich Plätze untereinander aus, damit die Kleinbusse voll werden und da geht wohl immer wieder mal was schief. Irgendwie ging es aber dann doch und wir kamen nachmittags in Panajachel an. Panajachel ist ziemlich touristisch und erinnert ein bisschen an die Khao San Road in Bangkok. Nicht ganz so schlimm, aber ein bisschen ähnlich. Wir wussten vorher schon, dass es hübschere Orte am See gibt, aber wir sind ja nur ein paar Tage da und da ist Panajachel ein ganz guter Ausgangspunkt. Wir haben auch ein nettes Hotel (Marios Rooms) mit einem schönen Zimmer. Besonders lustig ist die Tür zum Bad, denn da ist die Türklinke verkehrt herum angebracht. Das Schlüsselloch ist oben und man muss die Klinke nach oben ziehen, um die Tür aufzumachen. Was sich derjenige wohl gedacht hat, der das angebracht hat? Ansonsten ist noch toll, dass es richtig warmes Wasser zum duschen gibt, das gab es nämlich sonst auch nicht. Und an den anderen Orten war das ja auch ok, weil es warm war, aber hier kühlt es zumindest abends und nachts doch recht ab. Am ersten Tag haben wir nicht mehr viel gemacht, außer uns den Sonnenuntergang über dem See anzusehen. Der See liegt sehr schön zwischen lauter Vulkanen und Alexander von Humboldt befand ihn als „den schönsten See der Welt“. Ich weiß allerdings nicht, ob ich da zustimmen kann, ich fand tatsächlich den Lago Nahuel Huapi bei Bariloche in Argentinien nochmal eindrucksvoller. Aber natürlich ist es ein schöner See.

 

Am ersten Tag in Panajachel haben wir erst unsere Weiterfahrt organisiert und sind dann aufgebrochen, die Umgebung zu erkunden. Die einzelnen Orte am Blick auf den See vom NaturreservatSee werden durch kleine Motorboote miteinander verbunden Unser Badeplatz am Seeund wir sind zuerst nach San Marcos gefahren. Das Bootfahren war sehr schön. Krass ist, dass die schönsten Grundstücke direkt am See fast alle Privatbesitz sind und wohl vor allem reichen Amis gehören. Von denen sind hier sowieso jede Menge unterwegs, oft in größeren Reisegruppen und immer sehr auffaellig. San Marcos selbst ist fest in Hippie-Hand. Überall gibt es Meditationszentren und Yogakurse und Pluderhosen und lange Haare und vegetarisches Essen. Aber nach unserem La Gomera-Urlaub über Silvester haben wir uns da gleich sehr wohl gefühlt. Ganz toll war das Naturreservat Cerro Tzankujil, das wohl relativ neu hier eingerichtet wurde. Das besteht aus einem netten kurzen Rundweg mit tollem Blick auf den See und baden kann man da auch. Wir waren also eine Runde schwimmen im See und sind ein bisschen herumgelaufen. Das war gut, denn Wandern ist hier sonst eher schwierig, weil der Reiseführer bei eigentlich jedem gut klingenden Weg am See anmerkt, dass es hier schon zu Überfällen gekommen sei und man die Wanderungen nur mit Führer machen sollte. Wirkte zwar alles sehr friedlich, aber ein bisschen unsicher wird man da doch. Wir sind also per Tuktuk (heißt tatsächlich genauso wie in Thailand und sieht auch genauso aus) etwa eine halbe Stunde nach San Pedro gefahren. San Pedro ist viel entspannter als Panajachel und wirkt weniger touristisch, wenn auch tatsächlich viele Touristen da sind. Vor allem scheint es sehr viele Israelis dort zu geben, denn überall standen Sachen auf hebräisch und als wir Licuados (Fruchtsmoothies mit Milch – am allertollsten ist Erdbeere) bestellen wollten, haben wir erstmal eine hebräische Karte bekommen. War also ein recht netter Aufenthalt, bevor wir dann wiederum mit dem Boot zurück nach Panajachel sind.

 

Simpsons-Bus Heute sind wir dann mal wieder frueh aufgestanden, um mit dem Bus nach Chichicastenango zu fahren. CamionettaDa gibt es immer donnerstags und sonntags den groessten Markt der Gegend und das wollten wir uns ansehen. Und wie ueberall hin, wird natuerlich auch von Panajachel eine Shuttle-Tour nach Chichicastenango angeboten, aber diesmal wollten wir das dann doch mal selber organisieren. Es ist so einfach hier mit den Shuttles von Ort zu Ort zu kommen, dass man ganz bequem wird. Mit Gepaeck und fuer laengere Strecken ist es sicher auch tausendmal komfortabler mit den Shuttles, aber kurze Strecken gehen gut auch mit den Camionettas. Die Camionettas sind eine Erscheinung fuer sich. Es sind ausgesonderte amerikanische Schulbusse, die dann in ganz Mittelamerika ein neues Leben als oeffentliche Busse beginnen. Manche sind noch gelb und sehen aus, wie man sie aus den Simpsons kennt, aber die meisten sind bunt angemalt und jeder fuer sich ein richtiges Kunstwerk. Wenn man in ihnen faehrt, schnaufen sie immer ganz schwer und hupen in einem ganz tiefen Ton. Die Strecke zwischen Panajachel und Chichicastenango ist ziemlich huegelig und beim Runterfahren haben die Bremsen ganz schoen gestunken. Der Busbegleiter im Camionetta vor uns hat bei voller Fahrt Wasser ueber die Raeder und Bremsen gekippt, um sie zu kuehlen. Es ging also ganz gut mit den Camionettas und war natuerlich um ein vielfaches billiger als mit dem Shuttle. Hin hatten wir sogar einen Direktbus, zurueck mussten wir dann zweimal umsteigen.

 

Markt in ChichiDer Markt selbst war viel entspannter und ruhiger als gedacht. Wir waren schon um Viertel nach 9 da und da war es noch gar nicht so arg voll. Es gibt viele bunte Touristensouvenirs, aber auch Obst und Sachen des taeglichen Bedarfs fuer die Einheimischen. Wir haben nur Maya-Schreinsechs Maracujas gekauft, sonst nichts. Mehr Maracujas gab es leider auf dem ganzen Markt nicht, was sehr schade ist, denn sie waren furchtbar billig. Ein lustiges Missverstaendnis gab es beim Kauf, weil ich gefragt habe, wie viel sie kosten und die Verkauferin „25“ sagte. Ich dachte mir, das kann ja wohl nicht wahr sein, denn das waeren 2,50 Euro gewesen und das haette ja ueber Viktualienmarktpreisen gelegen. Sie meinte aber nicht Quetzales, sonden Centavos, womit eine dann 2,50 Cent gekostet hat. Damit konnte ich natuerlich sehr gut leben und haette noch viel mehr gekauft, wenn sie denn mehr gehabt haette. Nach unserem Marktbummel sind wir noch den Cerro Pascual Abaj hinaufgegangen, einen kleinen Huegel mit Pinienbaumen, auf dem es einen Maya-Schrein gab und von dem man einen schoenen Blick auf die huegelige Landschaft hatte. Die Bevoelkerung der Gegend zelebriert wohl einen Mix aus katholischen und Maya-Ritualen. Auf dem Huegel war es jedenfalls ganz ruhig und friedlich und wir haben ein bisschen Pause gemacht, bevor wir uns auf den Weg zurueck nach Panajachel gemacht haben. Da verbringen wir nun unseren letzten Abend, bevor wir uns morgen (mal wieder in aller Fruehe) auf den Weg nach Lanquin beziehungsweise Semuc Champey machen. Das dauert wohl so acht Stunden, ich hoffe also auf bequeme Shuttle-Sitze.

2 Gedanken zu „Lago Atitlán und Chichicastenango“

  1. Bin da vor 15 Jahren gewesen, muss sich sehr verändert haben in der Zeit. San Pedro ist nur per Boot erreichbar gewesen und ein kleines Kaff für Rucksacktouris

    1. San Pedro ist schon immer noch ein kleines Kaff für Backpacker, nur in Panajachel ist der (Touri-)Teufel los. Und man kommt auch weiterhin am besten per Boot nach San Pedro. Nur ein paar Tuktuks und Mopeds fahren auch am Ufer von Dorf zu Dorf.

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