Kumasi und Lake Bosumtwi

Von der hektischsten Stadt und dem friedlichsten See Ghanas

 

Nach der langen Busfahrt vom Mole Nationalpark und der stressigen Ankunft, waren wir also froh, in einem ganz netten Hotel gelandet zu sein. Es gibt sogar einen Balkon, von dem aus ich ein bisschen Fotos machen konnte. Nachdem sich die Mole-Gruppe auf verschiedene Unterkuenfte verteilt hatte, haben wir uns dann alle abends gleich nochmal zum Essen getroffen, was sehr nett war. Am naechsten Morgen hat uns dann um 8 Uhr der Laerm des MusikanlagenverkaufsladenKumasi schraeg gegenueber geweckt und wir sind uns die Stadt anschauen gegangen. Kumasi ist anders als die anderen ghanaischen Staedte, in denen wir bisher waren, hektisch und stickig und laut. Kein Grund also, laenger als einen Tag hierzubleiben. Gleich vormittags waren wir auf dem Markt, einem der groessten in Ghana. Da war es noch hektischer als sonst in der Stadt, aber schon recht interessant. Den Mittag und halben Nachmittag haben wir dann im Ghana National Cultural Centre verbracht und dort in einem Museum ueber die Geschichte der Ashanti-Koenige gelernt. Ausserdem kann man dort zusehen, wie traditionelle Handwerkskunst ablaeuft. Insgesamt ist es eine Oase der Ruhe in der stressigen Stadt und wir haben dort Mittag gegessen, im Park entspannt und ein bisschen Souvernirs eingekauft. Ansonsten hat Kumasi nicht so viel zu bieten, lustig war es im Supermarkt, weil unsere Einkaeufe dort nach dem Bezahlen noch zweimal gecheckt wurden und interessant war, dass es das erste Mal oeffentliche Muelleimer gab und dann sollten die auch noch nur fuer Plastikmuell sein. Fuer das Konzept Muelltrennung scheint Ghana aber noch nicht ganz reif zu sein. Abends waren wir dann Indisch essen und haben dabei Suus und Bart zufaellig nochmal getroffen. Die Handvoll Touristen, die hier unterwegs sind, sieht man dann doch immer wieder (was nicht verwunderlich ist, denn alle haben ja denselben Reisefuehrer).

 

Weg zum Guesthouse am Lake BosumtwiGestern morgen haben wir dann den Grossteil unseres Gepaecks iStrand am Lake Bosumtwim Hotel in Kumasi gelassen und sind mit dem kleinen Rucksack per Tro-tro und Taxi in ca. eineinhalb Stunden an den Lake Bosumtwi gefahren. Dort waren wir im Lake Point Guesthouse, wo es wirklich wunderschoen war – unsere bisher beste Unterkunft in Ghana. Auch der See und die Landschaft rund herum, waren toll. So eine ruhige und friedliche Stimmung gab es bisher auch noch nicht hier. Das Guesthouse hatte einen Privatstrand am See, an dem wir gelesen haben. Leider war das Wetter nicht ganz so toll und es hat sogar kurz geregnet, aber wir sind dann spazieren gegangen und ein bisschen spaeter noch Bootfahren auf dem See.

 

Fischer auf dem Lake Bosumtwi

Der See ist anscheinend ein sehr geheimnssvolles Gewaesser – die Ashanti glauben, dass die Gottheit Twi darin wohnt. Die Fischer benutzen deshalb keine traditionellen Boote, um auf dem See zu fahren, weil der Gott Twi angeblich kein Eisen mag. Stattdessen paddeln sie auf einem Baumstamm mit ihren Haenden bzw. kleinen tellerartigen Platten durchs Wasser. Tatsaechlich ist der See wohl durch einen Meteoriteneinschlag entstanden und im Inneren koennen sich Gase bilden, sodass es gelegentlich zu Exposionen kommt. Ausserdem ist frueher der Wasserspiegel angestiegen und hat Doerfer ueberschwemmt, obwohl es keinen Zufluss gibt. Wie auch immer – es ist ein sehr schoener See und wir hatten einen netten Nachmittag und naechsten Vormittag dort.

 

Heute sind wir dann zurueck nach Kumasi, wo grosse Feierlichkeiten waren, weil an dem Tag der gestorbene Praesident beerdigt wurde. Die Zeremonie war schon zwei Tage vorher losgegangen (was wir wissen, weil es als Dauerlivebericht im Fernsehen kam) und als er dann eben endlich beerdigt war, haben die Ghanaer auf der Strasse getanzt und gesungen, weil man das hier so macht. Von Kumasi aus werden wir morgen frueh um 4 (warum auch immer die Busse alle so frueh fahren muessen) einen Luxus-Bus nach Takoradi nehmen und von dort aus weiter nach Beyin fahren. Das ist ganz im Westen Ghanas, fast schon an der Grenze zur Elfenbeinkueste und eine Planaenderung, weil sich die Unterkunft im Reisefuehrer so gut angehoert hat. Da sind wir dann vier Tage – es koennte also ein bisschen dauern, bis ihr wieder von mir hoert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do you want to see the world?