Kokrobite

Von den letzten beiden Tagen im Backpackerresort

 

Wie gedacht, haben wir dann doch recht einfach einen Bus von Cape Coast in Richtung Accra bzw. Kokrobite bekommen. Der große Bus wurde es dann nicht, nachdem dort der Fahrkartenverkäuferin nicht mehr als ein „Wait“ zu entlocken war (der Servicegedanke ist wirklich ganz groß geschrieben in Ghana). Aber wir haben einen luxuriösen Kleinbus gefunden mit viel Platz, abgedunkelten Scheiben, Klimaanlage und gepolsterten Sitzen. Die Ankunft war ein bisschen kompliziert, weil der Kleinbusfahrer offensichtlich nicht wusste, wo wir hinwollten, das aber nicht zugegeben hat und uns deswegen nicht an der Stelle rauslassen wollte, wo wir es gesagt haben. Aber durch eine zusätzliche Taxifahrt ließ sich dann auch dieses Problem lösen.

 

Big Milly`s BackyardZunächst sind wir im Sikaso Beach Hotel untergekommen. Da hatten wir versucht, eine Reservierung zu machen, aber bis zum Vorabend keine Antwort bekommen. Es war aber dann sowieso fast alles frei und wir sind in ein sehr schönes Zimmer gezogen. Das Haus selbst lag zwar etwas abseits, aber man konnte mit Shared Taxis einfach nach Kokrobite fahren, was wir dann auch gleich gemacht haben und uns dort das Big Milly`s Backyard angesehen haben, wo wir eigentlich unterkommen wollten, das aber ausgebucht waren. Das Big Milly`s ist ein recht hübsches Resort am Strand, sehr touristisch, aber dennoch nett. Hier waren dann recht viele Reisende und Volunteers. Auffällig war, dass sehr viele „gemischte“ Familien dort unterwegs waren und auch einige weiße Reisende mit kleinen Kindern, was wir sonst gar nicht gesehen haben. Im Big Milly`s haben wir dann Mittag gegessen und ein Zimmer für die folgende Nacht reserviert – da gab es nämlich eines. Auf der Dachterasse des Sikaso haben wir später Abendessen bekommen (gekocht wird nur nach Absprache) und uns mit dem deutsch-ghanaischen Besitzer unterhalten, was recht interessant war, weil man da mal ein bisschen Inneneinblick bekommen hat.

 

Am nächsten Morgen kam dann ein bisschen ein böses Erwachen als wir die Rechnung für das Sikaso Beach Hotel Strand bei Kokrobitebekommen haben. Eigentlich wollten wir das Haus weiterempfehlen, aber nachdem der Besitzer uns für das Abendessen glatt das dreifache dessen was angemessen gewesen wäre in Rechnung gestellt hat und auch Wasser und Tee doppelt so teuer waren, wie sonst üblich, waren wir ziemlich verärgert. Es war außerdem blöd, weil deswegen unsere sorgsame Finanzkalkulation für die letzten Tage nicht mehr funktioniert hat. Zum Glück konnten wir im Big Milly`s mit Dollar bezahlen, sonst hätten wir wirklich ein Problem gehabt, da es in Kokrobite keinen Geldautomaten gibt. Wir sind also recht sauer ausgezogen und waren dann doch sehr froh über den Umzug in das andere Resort. An dem für uns letzten Tag in Ghana war uns dann das Wetter auch nochmal wohlgesonnen und es war sonnig und warm. Wir sind am Strand spazieren gegangen, haben ein letztes Mal im Meer gebadet und ghanaischen Jugendlichen dabei zugesehen, wie sie versucht haben, mit einem kleinen Boot im Kampf gegen die Wellen hinaus aufs Meer zu kommen. Scheint der örtliche Abendzeitvertreib zu sein, denn es gab ganz viele Zuschauer. Außerdem waren wir zweimal italienisch Essen, denn in Kokrobite gibt es ein Restaurant, das von zwei Italienern betrieben wird und wirklich sehr gute Pizza, Pasta und Bruschetta hatte. Dazu gab es italienische Musik, was ein bisschen surreal, aber sehr nett war.

 

Griechenland unter blauem HimmelAm nächsten Tag hat uns dann ein Taxi recht schnell zum Flughafen gebracht und von dort ging es erstmal Richtung Kairo. Den ersten Flug fand ich nicht so angenehm, weil wir die Reihe vor dem Notausgang hatten, in der man die Sitze nicht zurückstellen kann, unsere Vorreihe das aber schon konnte. Außerdem sind wir mit der Kairoer Fußballmannschaft Al Ahly geflogen (Rekordmeister von Ägypten und Afrika) und irgendwie sind die Spieler ständig herumgewuselt und das war recht hektisch. Aber in Kairo war es dann gut. Wir haben wieder ein Hotel bekommen (bekommt man wohl ab 12 Stunden Aufenthalt) und kannten ja nun das Prozedere schon. Das Hotel war diesmal richtig schick und auch nah am Flughafen, sodass wir ausschlafen und uns am tollen Frühstücksbuffet bedienen konnten, bevor es dann über ein mit einem strahlend blauen Himmel gesegnetes Europa zurück nach München ging.

 

Vielleicht noch ein kurzes Ghana-Fazit, bevor der Bericht ganz vorbei ist: Ich mochte Ghana, vor allem den Strand bei Beyin, den Lake Bosumtwi und den Mole Nationalpark. Ich mochte auch die ghanaische Bevölkerung, die nahezu immer freundlich und hilfsbereit war und mit der wir fast keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Einige Sachen waren allerdings auch konstant nervend, so die manchmal unerträglich engen Busse, die langen Essenswartezeiten und der generell einfach unorganisierte und chaotische Ablauf vieler Dinge. Und spektakulärer war die Landschaft und Tierwelt auch sicher in Kenia oder Tansania und in so manch anderem Land der letzten Jahre. Trotzdem würde ich eine Reise nach Ghana durchaus weiterempfehlen, wenn jemand sich für eine Reise nach Afrika interessiert. Es ist ein (für afrikanische Verhältnisse) einfach und sicher zu bereisendes Land und ich habe mich durchgehend sehr wohl gefühlt. Ansonsten danke ich fürs Lesen und freue mich auf eine hoffentlich baldige nächste Reise.

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