San Blas

Von neuen Kulturerfahrungen


Da saßen wir also in Panama Stadt und haben gegrübelt, wie wir auf die San Blas Inseln kommen sollten. Die liegen vor der Ostküste Panamas und alle haben gesagt, es sei traumhaft dort. Aber es war alles ein bisschen kompliziert, wir wollten da gerne hin, aber alle Angebote von Touranbietern waren zu teuer oder man hätte sie weit früher buchen müssen und außerdem hatten wir eh keine Reisebüros gesehen. Aber wir hatten dann Nachmittags in einem anderen Hotel, in dem wir die Zimmer angeschaut haben, weil uns unser Stundenhotel nicht gefallen hat, einen Flyer gesehen, auf dem etwas stand über einen Typen, der Fahrten nach San Blas organsiert. Also haben wir da angerufen, also genauer gesagt, ich habe. Und ich hasse es doch, mit fremden Leuten zu telefonieren und auf Spanisch schon gleich überhaupt. Und der Typ war dann auch noch grade auf San Blas und die Verbindung war grauenhaft und ich hab fast nichts verstanden. Der hat dann gesagt, wir sollen seinen Bruder anrufen, weil der sei in Panama Stadt. Das haben wir dann auch gemacht, aber auch da war die Verbindung schlecht. Und der Bruder meinte dann, er würde dann am Abend um 8 bei uns im Hotel vorbeikommen und uns alles erklären. So wirklich daran geglaubt, dass der erscheinen würde haben wir nicht, aber siehe da – er kam tatsächlich.

 

Und das ganze war dann ein Angebot, dort in einer Kuna-Familie zu leben und war auch nicht so teuer. DazuFische im Klo muss man wissen, dass die San Blas Inseln den Kuna gehören, einem der Indiostämme Panamas. Und die verwalten die auch weitgehend unabhängig von Panama und deswegen gibt es da keine Hotels und man kommt nur sehr schwierig dorthin. Ja, wir haben dann also zugesagt, da mit hinzufahren und wurden dann am nächsten Tag um halb 6 Uhr morgens abgeholt. Schon allein die Reise war abenteuerlich, erst ein bisschen Straße und dann eineinhalb Stunden durch den Urwald auf einer völlig irren Straße, tatsächlich kann man das kaum Straße nennen. Danach ging es noch mit einem kleinen Boot durch den Dschungel und dann auf eine der Hauptinseln. Die Kuna leben da in kleinen Hütten zusammen, alles ganz dicht aufeinander, das war sehr abenteuerlich. Keine Elektrizität, kaum fließendes Wasser, alles sehr einfach und völlig anders als daheim. Wir haben Klappbetten gekriegt, in einem kleinen Verschlag, der durch eine dünne halbhohe Wand und einen Vorhang von dem Hauptraum, in dem der Rest der Familie in Hängematten geschlafen hat, abgetrennt war. Das lustigste war das Klo, das einfach ein Loch in einem Brett in einem Bretterverschlag über dem Wasser war – aber mit Klobrille.

 

Da waren wir dann 2 Tage lang und haben dauernd Fisch und einmal sogar Languste zu essen gekriegt, Gerade gefangenes Abendessenimmer frisch gefangen. Es war insgesamt eine sehr spannende Erfahrung, aber auch sehr anstrengend, weil wir sozusagen rund um die Uhr gesagt gekriegt haben, was wir zu tun haben. Also das war reine Freundlichkeit, sie wollten uns eben viel bieten, aber es war auch sehr anstrengend, weil man eben nie einen Moment für sich hatte. Die Inseln selbst sind der Wahnsinn, einige bestehen wirklich nur aus ein bisschen Sand, ein paar Palmen und einer Hütte. Oder auch mal ohne Hütte. Da wurden wir dann auch hingefahren, einmal mit einem Segelboot, einmal mit Motorboot und konnten schwimmen und schnorcheln. Die Kuna selbst sind ein merkwürdiges Volk, die Männer sind modern gekleidet, aber die Frauen alle traditionell in ganz bunten Sachen. Und die Frauen sitzen den ganzen Tag am Strand und kucken böse und warten darauf, dass Touristen kommen und ihre bunten Tücher kaufen. Und dabei kommen ja kaum Touristen vorbei. Nur die halt, die ihre Männer angekarrt haben. In den zwei Tagen, in denen wir da waren, haben wir nur noch eine handvoll andere Reisende gesehen. Das Wetter war nicht ganz so gut, ziemlich bewölkt, aber trotzdem noch sehr warm. Insgesamt zwei sehr ungewöhnliche Tage mit viel Einblick in eine völlig andere Kultur. Hab ich so auch noch nie gehabt. Und jetzt gibt es einfach noch ein paar Bilder.

 

Eine der San Blas Insel

Segelboot mit Kuna-Frauen

Unsere Wohninsel

Das Klo von außen

Trauminsel

Trauminsel (bei nicht ganz so gutem Wetter)

Kuna-Frauen mit ihren Tüchern

Danach haben wir uns dann nach kurzem Wiederaufenthalt in Panama Stadt an die Fahrt nach San José gemacht, von wo aus es weiter nach La Fortuna gehen sollte.

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