Valle Calchaquíes und Quebrada de Las Conchas

Von spektakulären Landschaften im Nordwesten

 

Unser zweiter Tag in Salta begann früh, denn wir mussten das (dankenswerterweise von Peppi telefonisch vorreservierte) Mietauto bei Hertz abholen. Nachdem wir mehrere Sachen unerschrieben hatten, deren Inhalt wir nicht verstanden haben und einem doch recht hohen Selbstbehalt zugestimmt hatten (solche Versicherungen wie in Europa, wo man sich gegen alles absichern kann, gibt es hier leider nicht), haben wir versucht, da nicht weiter drüber nachzudenken und sind losgefahren. Das Auto war ein Chevrolet in Grundausstattung. Gefühltes Baujahr war 1990, auch wenn es tatsachlich von 2011 war. Aber es hat uns treu durch die drei Tage gebracht. Wir hatten uns zu einer Tour im Süden Saltas entschlossen, auch wenn der Norden ebenfalls wahnsinnig interessant gewesen wäre. Man hätte etwa dreimal so viel Zeit gebraucht, um auch nur annähernd die Highlights der Gegend zu sehen.

 

Mit etwas Angst vor den Wolken über den Bergen um Salta sind wir losgefahren Richtung Cachi, um durch das Valle Calchaquíes zu fahren. Zuerst habe ich mich tapfer durch den Stadtverkehr gekämpft, wobei ich sagen muss, dass das Autofahren in der Stadt nicht so schlimm war wie vorher gedacht. Argentinische Autofahrer beachten grundsätzlich keine Spuren und Vorfahrt hat immer der Schnellere und Entschlossenere. Das war eine kurze Umstellung, aber tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich ganz gut bin im rücksichtslos und agressiv Autofahren. Unsere Angst vor den Wolken war zum Glück unbegründet, denn je weiter weg wir von Salta kamen, desto besser wurde das Wetter. Die Landschaft war von Anfang an schön und wurde immer atemberaubender. Zuerst sind wir durch grüne Berge und rote Felsen gefahren und haben uns auf Serpentinenstraßen immer höher geschraubt, bis wir schließlich auf 3300 Metern mitten in den Wolken waren und bei 6 Grad Außentemperatur keine 10 Meter weit mehr schauen konnten. Auf der anderen Seite wurde es dann wieder sonnig und wir sind durch eine Hochebene gefahren und durch die endlose Kakteenlandschaft des Parque Nacional Los Cardones mit Blick auf verschneite Andengipfel. Ein Stück weit war die Straße nicht asphaltiert, aber prinzipiell war dieser erste Tag recht einfach zu fahren. Es war sowieso nichts los und man konnte für Fotostops (die wir dauernd gemacht haben) einfach auf der Straße stehenbleiben. Hier ein paar Fotos der Tour, wobei ich ja finde, dass die Fotos nur eine sehr vage Annäherung an die Wirklichkeit sind.

Guene Berge im Valle Calchaquíes

Rote Berge im Valle Calchaquíes

Kakteen im Valle Calchaquíes

Auf der anderen Seite des Passes

Parque Nacional de las Cardones

 

Friedhof von CachiNachmittags sind wir dann in Cachi angekommen. Cachi ist nur ein kleines Dorf mit 2000 Einwohnern, aber doch die mit Abstand Cachi bei Nachtgrößte Menschenansammlung der Gegend. Und es ist ganz nett, mit hübschen weißen Häusern. Wir haben in der Hospedaje Don Arturo ein recht nettes Zimmer mit Blick auf den Fluss bekommen (mit nicht so tollem Bad allerdings). Etwas außerhalb auf einem Berg haben wir den Friedhof Cachis entdeckt, der insgesamt ewas surreal wirkte. Die Gräber waren teilweise schon sehr alt und verfallen und die neueren mit bunten Plastikblumen geschmückt. Das alles unter blauem Himmel und mit den Bergen im Hintergrund sah schon gut aus. Als die Sonne dann weg war, wurde es allerdings recht schnell kalt und wir sind Essen gegangen, Quinoa und Ziegenkäse gab es.

 

Nach einem recht seltsamen Frühstück (nur Tee und Brot ohne alles) sind Gelangweilter Jesuswir dann in den zweiten Tag aufgebrochen. Vor der Fahrt hatte ich etwas Angst, weil die Straße durchgehend ungeteert war und uns zwei Franzosen erzählt hatten, sie sei ganz schlecht zu fahren und man könne höchstens 20 km/h fahren. Es hat sich aber herausgestellt, dass die beiden Franzosen wohl einfach nicht Autofahren konnten, denn so wild war die Straße nicht. Man war natürlich langsam, aber so 40km/h ging schon und das war eigentlich ganz ok, weil man so auch als Fahrer etwas von der Landschaft mitbekommt. Und die war noch spektakulärer als am ersten Tag. Zuerst sah es aus wie in Afrika, rote Erde und ein fast ausgetrocknetes Flussbett, dann kamen wieder viele Kakteen und rote Felsen. Und Tiere haben wir auch gesehen, erst einen nicht besonders scheuen Fuchs und dann noch Alpacas (die ich erst für ziemlich fette Schafe gehalten habe). Mittaggegessen haben wir in dem Mini-Ort Angastaco, wo es leckere Empanadas und eine Kirche mit einem gelangweilten Jesus gab. Landschaftlich am irrsten war dann der Straßenabschnitt danach, in der es in der Quebrada de Las Flechas zerklüftete weiße Felsformationen zu sehen gab. Und viele rote Chilis, die am Straßenrand getrocknet werden. Aber auch hier einfach ein paar Eindrücke.

Valle Calchaquíes am 2. Tag

Fuchs-Begegnung

Alpaca

Ganz so steil war es dann doch nicht ...

Felsformationen im Valle Calchaquíes

Quebrada de Las Flechas

Chili-Felder

 

Gegen Abend waren wir dann in Cafayate und sind da in unserem bisher nettesten Hostel in Argentinien gelandet (Rusty-K Hostel). Das Kirche von CafayateZimmer war hübsch und es gab einen Hostel in Cafayatetollen Innenhof. Abends haben die Besitzer ein Asado gemacht und für sehr wenig Geld gab es leckere Salate, unheimlich viel Carne und Salchichas und eine unendliche Karaffe mit Wein (Cafayate ist nach Mendoza Argentiniens wichtigster Ort der Weinherstellung). Auch die Mitessenden waren sehr interessant, ein Schweizer, der die Gegend per Rad erkundet, zwei Londoner, zwei Leipziger, eine Französin und ein Inder. Ach ja, und Cafayate war auch ganz nett, hübsche Plaza und Kirche und gut zum Souvernirs-Shoppen. Da hätte man es auch gut noch einen Tag länger aushalten können.

 

Aber wir mussten ja weiter, denn um 17 Uhr musste das Auto wieder zurück in Salta sein. Erstmal sind wir aber noch gut eine Stunde in die Gegenrichtung gefahren und haben uns da die Ruinen von Quilmes angeschaut. Das sind die Überreste einer alten großen Siedlung der Quilmes, einem indigenen Volk, das im 18. Jahrhundert von den Spaniern besiegt wurde. Da war es recht interessant und wir haben eine richtig große Tarantel gesehen. Zurück in Cafayate haben wir schnell noch Empanadas gegessen (im Casa de las Empanadas, einer recht rustikalen Bar, gab es 12 verschiedene Sorten und die meisten davon waren lecker) und waren dann schon relativ spät dran. Die Quebrada de Las Conchas nördlich von Cafayate haben wir deshalb ein wenig im Schnelldurchlauf angeschaut. Dort gab es lustige Felsformationen (z.B. in Form einer Kröte) und schöne bunte Felsen. Und obwohl die Quebrada als eines der touristischen Highlights der Gegend gilt, fand ich sie deutlich weniger gigantisch als das, was wir die beiden Tage zuvor gesehen haben. Aber auch hier gibt es natürlich Bilder.

Ruinen von Quilmes

Tarantel

Quebrada de Las Conchas

Kroete in der Quebrada de Las Conchas

Quebrada de Las Conchas

Quebrada de Las Conchas

 

Kirche von TucumánDie letzten beiden Stunden war die Landschaft dann relativ fad und wir sind saltawärts gerast, wo wir das Auto um 5 nach 5 zurückgegeben haben.Und nachdem alles in Ordnung war, sind wir nun zum Glück nicht mittellos. Dann ging es gleich weiter zum Busbahnhof,wo eine Stunde später unser Bus nach Tucumán ging. Da waren wir nur eine Nacht, in einem wunderschönen Hostel mit sehr freundlichem Personal (A la Gurda Hostel), in dem man allerdings (zumindest in unserem Zimmer) wegen Straßenlärm kein bisschen schafen konnte. Tucumán hatte sehr warmes Wetter und einen schönen Hauptplatz, mehr haben wir nicht wirklich gesehen. Denn eigentlich waren wir nur da, weil von dort aus heute Mittag unser Bus nach Puerto Iguazú gefahren ist. Damit fahren wir nun schon eine Weile und morgen früh kommen wir an.

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